#WirBleibenZuHause – Ran ans Vorratsglück!

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Noch nie waren Klopapier, Nudeln und Tiefkühlprodukte so beliebt wie jetzt. Vorratshaltung erlebt 2020 seine Renaissance! Eine gut gefüllte Vorratskammer ist quasi das neue Eigenheim – ein Gefühl von Sicherheit. Aber bei welchen Lebensmitteln macht es wirklich Sinn zu „Hamstern“? Wie verwertet man alt gewordene Lebensmittel am Besten? Und wie macht man verderbliche Produkte länger haltbar? Wir verraten es Ihnen!

Welche Vorräte sind sinnvoll?

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Das Wichtigste zuerst: Ein übermäßiges „Hamstern“ ist auch in der aktuellen Situation weder nötig noch förderlich. Denn unsere Lebensmittelversorgung ist weiterhin gesichert! Auch wenn in manch einem Nudel- oder Konservenregel gähnende Leere herrscht, so ist dies eher dem aktuellen Kaufverhalten und der daraus resultierenden, nicht nachkommenden Logistik geschuldet.
Grundsätzlich ist ein gewisses Maß an Vorräten - auch außerhalb von Corona - sinnvoll. So empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe schon längere Zeit einen Vorrat, der für etwa zehn Tage vorhält. Aber welche Produkte eignen sich nun für Ihren Vorratsschrank am Besten?

Betrachtet man dabei allein den Aspekt der Haltbarkeit, so kommen natürlich viele Lebensmittel in Frage. Denn die Auswahl an  haltbaren Produkten aus Konserven ist riesig – von Obstkonserven, über Fleisch in Gläsern, bis hin zu Suppen und Eintöpfen aus der Dose. Auch getrocknete Produkte wie Müslimischungen, Nudeln, Getreide und Trockenfrüchte füllen die Regale der Supermärkte - zumindest im Regelfall. Doch am Ende soll Ihr Körper natürlich auch gut versorgt sein. Hier ein paar Tipps für vollwertige Vorräte:
 

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Der Energiegarant. Kohlenhydrate – aber bitte die Richtigen!

Vollkorngetreideflocken. Ob nun Hafer-, Dinkel-, Roggen-, oder Gerstenflocken, alle sind reich an Ballaststoffen und Mineralstoffen. Übrigens: Basis-Müslis enthalten häufig eine Mischung aus verschiedenen Flocken und bieten daher eine gute Mineralstoffkombination.
Vollkornmehl. Die üblichen Vertreter sind Weizen-, Dinkel- und Roggenmehl. Auch Vollkornmehle aus Urgetreide wie z.B. Emmer oder glutenfreie Mehle aus Buchweizen und Reis sind tolle Varianten mit einem nussigen Geschmack.
Vollkornnudeln. Es gibt sie als Fafalle, Penne, Spaghetti, Linguine oder in Buchstabenform. Neben Vollkornnudeln erobern nun auch Nudeln aus Hülsenfrüchten die Regale der Supermärkte. Ausprobieren lohnt sich!
Hülsenfrüchte. Neben hochwertigen Kohlenhydraten können sie mit einem hohen Eiweißgehalt punkten. Bei Hülsenfrüchten ist die Auswahl besonders bunt: Sie haben die Wahl zwischen roten, grünen oder gelben Linsen. Zwischen Belugalinsen, Berglinsen oder Tellerlinsen. Bekannte Vertreter, die Sie häufig auch in Konserven finden, sind Kichererbsen, Mungobohnen und Kidneybohnen.
Sie haben Lust auf frische Bohnen? Kein Problem, greifen Sie einfach auf Tiefkühlbohnen zurück!
Trockenfrüchte. Sie haben Heißhunger auf Süßes oder das Mittagstief hat Sie eingeholt? Dann sind Trockenfrüchte eine gute Idee. Eine Handvoll ist eine optimale Portion.
 

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 Wertvolle Eiweißquellen. Es muss nicht immer Fleisch sein!

 

Hülsenfrüchte. Nicht nur als Energie- und Fettlieferant können sie sich sehen lassen

Nüsse und Saaten. Richtig gelesen. Sie enthalten nicht nur hochwertige Fette, sondern sind auch erstaunlich proteinreich. Ganz besonders punkten Kürbiskerne mit 35 Gramm pro 100 Gramm. Aber auch die Erdnuss kann sich sehen lassen (25 Gramm pro 100 Gramm).
Sojaprodukte. Der wohl bekannteste Vertreter ist Tofu. Vakuumverpackt hält er sich bis zu zwei Monate. Frische Sojabohnen gibt es übrigens auch tiefgekühlt.
Hartkäsesorten. Parmesan und Pecorino halten sich dank Ihres geringen Wassergehalts richtig verpackt und gekühlt mehrere Monate.
Fleisch und Fisch. Für den besonderen und frischen Genuss greifen Sie hier am besten auf Tiefkühllebensmittel zurück.

 

Hochwertige Fette. Auf die Qualität kommt es an! 

Pflanzenöle. Raps, Oliven,- Walnuss- Leinsamenöl – diese Öle sind besonders reich an mehrfach ungesättigten Fetten. Aber auch Sojaöl, Erdnussöl und Kürbiskernöl sind nicht zu verachten.
Fisch. Ob Thunfisch, Makrele, Sardinen und Hering – Fische aus der Dose sind besser als Ihr Ruf. Denn die hochwertigen Omega-3-Fette bleiben weitestgehend erhalten. Vorsicht allerdings bei Fischkonserven mit Saucen, diese sind häufig reich an zugesetztem Zucker.
Wenn Ihnen Fisch aus der Dose zu öde ist, setzen Sie auf Tiefkühlfisch. Hier sind absolute Frische und Geschmack garantiert!
Nüsse und Saaten. Walnuss, Paranuss, Haselnuss, Mandel (wenn auch botanisch keine Nuss). Pinienkerne, Leinsamen und Kürbiskerne. Sie alle liefern mehrfach ungesättigte Fette.
 

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Vitamine- und Mineralstoffe

Hauptlieferanten sind Obst und Gemüse. Das Angebot an Konserven und Dosen ist groß. Grundsätzlich bleibt beim Konservieren ein Großteil der wertvollen Vitamine und Mineralstoffe erhalten. Sie sollten jedoch einen genauen Blick auf die Zutatenliste werfen. Hier verstecken sich häufig eine Menge an Zucker oder Salz. Besser und frischer: Naturbelassenes Tiefkühlobst und –gemüse – hier werden Vitamine und Nährstoffe in den Kälteschlaf gelegt und bleiben bestens erhalten!

 

Wasser nicht vergessen

Ohne Flüssigkeit läuft nichts! Grundsätzlich müssen Sie keinen Durst leiden, denn die Trinkwasserqualität aus dem Hahn hierzulande ist einwandfrei. Sollten Sie aber lieber Mineralwasser trinken wollen und über keinen Wassersprudler verfügen, so ist ein Vorrat von etwa 20 Litern pro Person für zehn Tage ratsam.

Wie verwerte ich alt gewordene Lebensmittel?

Nun ist es passiert. Sie haben beim Einkauf doch über die Stränge geschlagen! Das Brot ist hart? Die Karotten sind schlapp? Die Bananen braun? Kein Problem! Wir verraten Ihnen, was Sie tun können.


So wird das Gemüse wieder knackig! Die meisten Gemüsesorten bestehen zu einem großen Teil aus Wasser. So ist unser Trick fast naheliegend: Karotten gelangen am besten in einem Glas mit Wasser wieder zu alter Frische. Ein altes Spargelglas oder ein hohes Wasserglas eignen sich optimal. Das Gleiche gilt auch für Radieschen und rote Bete. Ihr Salat verweilt kraftlos in Ihrem Gemüsefach im Kühlschrank? Dann hilft ein Wasserbad. Bereits zehn Minuten reichen aus, um Ihrem Salat zu alter Frische verhelfen.
 

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Ihr Brot ist trocken, die Brötchen steinhart? Kein Grund für die Tonne – hieraus lassen sich noch wahre Köstlichkeiten zaubern. Der Klassiker sind wohl Semmelknödel. Klein geschnitten und in Milch eingeweicht, lassen sich aus Brot und Brötchen zusammen mit Eiern und Kräutern fluffige Knödel formen. Eine weitere und ähnliche Verwendungsmöglichkeit bieten Frikadellen oder Quarkknödel. Besonders nachhaltig sind Semmelbrösel: Treiben Sie hierfür das Austrocknen einfach auf die Spitze, helfen Sie zum Schluss noch einmal mit dem Ofen nach und zerkleinern Sie das Brot bzw. die Brötchen im Mixer zu Bröseln.
Sollten Sie sich grundsätzlich beim Kalkulieren von Brot und Brötchen schwer tun, dann ist auch hier der Tiefkühler eine willkommene Unterstützung. Einfach die gewünschte Menge am Tag der Verwendung entnehmen und aufbacken.
 

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Braune Bananen? Kein Grund zur Trauer! Damit Sie sich zukünftig auch über braune Bananen freuen können, brauchen Sie lediglich ein Tiefkühlfach und einen Mixer. Braune Bananen einfach in Scheiben schneiden und einfrieren. Die gefrorenen Bananenscheiben zusammen mit Joghurt und Ihren Lieblingsnüssen in einen Mixer geben und zu einer cremigen Masse zerkleinern. Schon haben Sie eine köstliche Eiscreme - ähm Nicecream. Ein einfaches Rezept zum Nachmachen finden Sie hier
Sicher ist auch das Bananenbrot für Sie ein Begriff. Mixen Sie die überreifen Bananen zu einem Mus, geben Sie Eier, ÖL/Butter, Mehl und Zucker hinzu und schon ist die Grundmasse fertig. Verfeinern können Sie nach Belieben mit Zimt, Vanille, Kakao und Nüssen. Der Vorteil: Durch die Grundsüße der Bananen können Sie mit Zucker sparsam sein.
Aber was können Sie tun, wenn Ihr Kühlschrank noch immer aus allen Nähten platzt? Haltbarmachen ist das Zauberwort!
 

Wie mache ich Lebensmittel länger haltbar?

Methoden zur Haltbarmachung erleben aktuell ihr „Comeback“. Was für unsere Vorfahren Gang und Gebe war, müssen wir erst wieder erlernen. Im Grunde werden beim Konservieren die äußeren und inneren Einflussfaktoren des Verderbs aufgehalten oder der Prozess stark verlangsamt. Nachfolgend stellen wir Ihnen drei Methoden näher vor:

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Salzen 
Eine einfache und effiziente Methode der Haltbarmachung ist Salzen – besser bekannt als Pökeln.
Salz entzieht dem Lebensmittel Wasser. Auf dieser Grundlage können sich Mikroorganismen nur  langsam vermehren. Den Mikroorganismen wird quasi der Nährboden entzogen.
Gibt es einen Unterschied zwischen Salzen und Pökeln? Ja. Beim Pökeln wird zu dem normalen Kochsalz noch Salpetersäure hinzugegeben. Das sorgt dafür, dass die Oxidation gehemmt wird und das Lebensmittel nicht an Farbe verliert. Gepökelt werden vor allem Fleisch- und Wurstwaren, damit die rote, ansprechende Farbe erhalten bleibt.
Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht eine Instant-Gemüse-Brühe selber zu machen? Auch das Trocknen von Lebensmitteln gehört zu den Methoden der Haltbarmachung. Der Nachteil dabei ist, dass Sie zum Trocknen entweder einen Dörrautomaten benötigen oder einen hohen Energieverbrauch bei der Ofennutzung in Kauf nehmen müssen. Dabei kann ein geschmackvoller Ansatz für Suppen und Saucen so einfach sein: Stellen Sie eine Gewürzpaste her! Hierfür brauchen Sie gar nicht viel: Eine Auswahl Ihres Lieblings-Gemüses, beliebige Kräuter und je nach Wunsch Gewürze. Das alles vermengen Sie mit einer großen Portion Salz. Nun muss die Gemüse-Salz-Mischung nur noch püriert und in saubere Gläser gefüllt werden. Im Kühlschrank hält diese Paste mehrere Wochen. Drei Ideen für eine Gewürzpaste finden Sie in unserer Rezeptwelt.
 

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Einkochen
Eine effiziente Methode, um Lebensmittelverschwendung vorzubeugen, ist das Einkochen. Der große Vorteil: Sie können beinahe jedes Lebensmittel einkochen – Gemüse und Obst oder sogar Fleisch, Wurst und Kuchen lassen sich auf diese Weise haltbarmachen.
Der Grundansatz ist immer gleich. Für süße Lebensmittel setzen Sie einen Aufguss aus 500 Milliliter Essig, 250 Gramm Zucker und einem Liter Wasser an. Für herzhafte Lebensmittel einen Aufguss aus zehn Gramm Salz, etwas Zitronensaft und 500 Milliliter Wasser.
Nun putzen und schneiden Sie das jeweilige Lebensmittel und füllen es bis zum Rand in ein geeignetes Gefäß, z.B. ein Einweckglas. Jetzt müssen Sie die Lebensmittel nur noch mit dem jeweiligen Aufguss bedecken und gut verschließen. Stellen Sie sie Gefäße in einen Topf – die Gefäße sollten sich dabei nichtberühren. Befüllen Sie den Topf mit heißem Wasser, bis die Gläser bis zu drei Viertel im Wasser stehen. Die Einkochzeit richtet sich nach der Wahl des Lebensmittels. Die meisten Gemüsesorten benötigen 90 bis 120 Minuten. Gurken, Tomaten und Obst brauchen weniger Zeit und sind schon nach etwa 20 bis 30 Minuten fertig eingekocht. Übrigens: Das Einkochen funktioniert auch im Ofen!
 

Tiefkühlen
Zu guter Letzt möchten wir Ihnen natürlich auch die effektivste Methode der Haltbarmachung nicht vorenthalten – das Frosten! Warum am Effektivsten? Weil die Zellen von Gemüse und Obst bei mindestens minus 18 Grad Celsius in einen Kälteschlaf gelegt werden. Der Vitamin und Mineralstoffgehalt bleibt dabei zu einem großen Teil erhalten und Mikroorganismen, die für einen Verderb zuständig sind, haben keine Chance. Außerdem können Sie beinahe jedes Lebensmittel einfrieren.
Damit Sie lange Freude an den Lebensmitteln haben und die Produkte auch nach der Entnahme noch genießbar sind, müssen Sie allerdings ein paar Kleinigkeiten beachten. Alle Tipps und Tricks finden Sie in unserem Blogtext „So geht Tiefkühlen - Frosten wie die Profis!“.
 

Datum

22.04.2020